Der Undercover-Agent "Murat Cem" soll unter Polizeischutz stehen, nachdem ein bekannter Islamist ihn identifiziert hatte. Hinweise auf den richtigen Namen des Informanten wurden offenbar in einem Buch über seine Überwachungstätigkeit gefunden.


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Top-Informant der Polizei, der von Islamisten und verurteilten Terroristen identifiziert wurde
Deutsche Polizei

 

Nachdem die Identität eines hochrangigen Polizeiinformanten in diesem Sommer aufgedeckt wurde, hat sich ein radikaler Islamist und verurteilter Terrorist zu seiner Entlarvung bekannt, berichtete die Tagesschau am Freitag.


Bernhard Falk sagte, er habe den wahren Namen des verdeckten Agenten - Codename Murat Cem - herausgefunden, der die Behoerden auf die heimische islamistische Extremistenszene aufmerksam gemacht habe.


Murat, der seit mehr als 20 Jahren als Informant der deutschen Behörden fungiert, soll nach allgemeinem Verständnis wertvolle Einblicke in islamistische Terrornetzwerke gegeben haben.


Nach deutschen Medienberichten warnte er die Polizei mehrfach davor, dass der gescheiterte tunesische Asylbewerber Anis Amri eine Terrorgefahr darstelle.


Im Dezember 2016 fuhr Amri einen Lastwagen in einen überfüllten Berliner Weihnachtsmarkt und tötete zwölf Menschen.


Zeugenschutzprogramm

Nun sei Murat unter Polizeischutz gestellt worden, nachdem Falk seine Identität aufgedeckt habe, so die Tagesschau.


"Ich bin nur durch Logik, Ortskenntnis und Internetrecherche darauf gekommen", sagte Falk auf der Nachrichtenseite der ARD-Hauptnachrichtensendung.


Der 53jaehrige Falk ist selbst Salafist und unterstuetzt islamistische Terroristen, die in Deutschland Haftstrafen verbuessen.


Falk sagte, Hinweise auf Murats Identitaet seien in dem Buch "Undercover" der Redaktion des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zu finden, das die Geschichte des anonymen Informanten erzaehlt.


Das Buch führte ihn auch zu der Entdeckung, dass ein Gericht Murat vor kurzem wegen eines Eigentumsdelikts zu einer Bewährungsstrafe verurteilt hatte, und Falk wies seinen Anwalt an, den richtigen Namen des Informanten zu erfragen.


Falk sagte der Tagesschau, dass er Murat nicht öffentlich identifizieren werde und nicht vorhabe, den Namen an andere Islamisten weiterzugeben.


"Ich will nicht, dass meine Erkenntnisse dazu benutzt werden, den Mann zu bedrohen oder ihm zu schaden", sagte er.


Murat als Zeuge im Terrorprozess aufgerufen

Stattdessen drängt er darauf, dass der Informant in einem Terrorismusprozess gegen Abu Walaa, den mutmaßlichen Anführer der bewaffneten Gruppe "Islamischer Staat" (IS) in Deutschland, als Zeuge vor Gericht gestellt wird.


Walaa und drei Mitangeklagte werden der Unterstützung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation beschuldigt, junge Menschen radikalisiert und in IS-Kampfgebiete im Nahen Osten geschickt zu haben.


Die Anklage gegen Abu Walaa stützt sich weitgehend auf Beweise, die von Murat


Der Prozess in Celle läuft seit September 2017 und im August versuchte ein Kölner Anwalt, den Informanten - ebenfalls mit dem Codenamen VP 01 - als Zeugen im Prozess aufzurufen.


Die Polizei des westlichen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen verweigerte Murat jedoch das Erscheinen.


Vor seiner Verhaftung im Jahr 2016 appellierte Walaa über den Nachrichtendienst Telegramm an seine Anhänger, Murat zu finden und zu vernichten.


Geschichte des Terrors und der Angst

1999 wurde Falk zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er nach mehreren Bombenanschlägen wegen versuchten Mordes und Sprengstoffverbrechen in mehreren Fällen verurteilt worden war.


Falk konvertierte vor seiner Inhaftierung zum sunnitischen Islam und lebt seit seiner Freilassung 2008 in Dortmund. In salafistischen Kreisen bezeichnet er sich als Muntasir-Bi-llah.


Ihm und einem Komplizen wird ausserdem vorgeworfen, ein Attentat auf Freimut Duve, einen Politiker der Mitte-Links-SPD, geplant zu haben.


- Redaktion, Kennerisch.com

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